Pressekonferenz des Widerstandskomitees des Jugendverbands Rebell gegen Werksschließungen bei Audi und gegen Kriminalisierung der Arbeitersolidarität

Es wird berichtet, wie Polizisten gegen Gesetze und Rechtsprechung verstoßen, indem sie gewaltsam Arbeiter an der Ausübung ihres Grundrechts auf Meinungsfreiheit, das auch in den Betrieben gilt, hindern und wie Kriminelle für Stunden gefangen halten. Im vorliegenden Fall wurde die Polizei von Audi gegen Verteiler einer Kollegenzeitung eingesetzt, wahrscheinlich deshalb, weil diese vor einigen Wochen Pläne zur Arbeitsplatzvernichtung geleakt hat, die noch bis zuletzt vom Management geleugnet wurden.

Ich sehe diese Gewalt, die viele nur in Despotien wie Türkei oder Russland vermuten würden, als Symptom einer seit Jahrzehnten fortschreitenden Faschisierung des Staatsapparats. Die Eskalierung seitens der Polizei führt wieder vor Augen, was sie in erster Linie leistet und worüber sich niemand Illusionen machen sollte: Die gewaltsame Durchsetzung der Interessen des Kapitals gegen die Arbeitenden. Dass nach über 150 Jahren Entlarvung der kapitalistischen Produktionsweise (durch Marx und andere) überhaupt noch Produktionsmittel in Privateigentum sind, ist der größte Skandal.